02.07.2009

Gewinner der Steuerreform:

- Stadtflitzer und Selbstzünder
- 50 Prozent der Pkw-Neuzulassungen gewinnen
- Ersparnis bei einzelnen Modellen über 100 Euro pro Jahr

sparsame-kleinwagenSeit dem 1. Juli gilt für Neuwagen die reformierte Kfz-Steuer. Die Höhe der Steuer, die vorerst nur für Neuwagen gilt, wird jetzt neben dem Hubraum vor allem vom CO2-Ausstoß bestimmt. Vor allem verbrauchsarme Fahrzeuge mit kleinem Hubraum und Dieselfahrzeuge profitieren, während Benziner mit großem Hubraum teurer werden. Mit der neuen Reform sind je 100 Kubikzentimeter Hubraum bei Ottomotoren zwei Euro fällig, für Dieseltriebwerke 9,50 Euro. Personenwagen mit einer CO2-Emission von weniger als 120 g/km sind CO2 steuerfrei. Werden mehr als 120 g/km CO2 aus dem Auspufftopf gefeuert müssen pro Gramm nochmals zwei Euro draufgelegt werden (ab 2012: 110 g/km; ab 2014: 95 g/km).

Wie viel Steuern zukünftig bezahlt werden müssen haben die Maintaler Marktbeobachtungs-experten von EurotaxSchwacke für ausgewählte Modelle ermittelt (siehe auch Tabellen). Die höchste Steuer-Ersparnis mit etwas mehr als 126 Euro kann der A 160 CDI von Mercedes für sich in Anspruch nehmen. Der Pilot eines Porsche Cayenne GTS dagegen muss anstatt 330 Euro nach der neuen Regelung 580 Euro für seinen luxuriösen Geländegänger parat haben. Das sind rund 250 Euro mehr im Vergleich zur alten Regelung. Noch tiefer müssen die Eigner von Exoten wie beispielsweise dem Ferrari 599 GTB Fiorano (+ 455 Euro), der Viper SRT-10 von Dodge (+341 Euro) und dem Maserati Granturismo S (+ 306 Euro) in die Tasche greifen.

Bei den kleinen Stadtflitzern ist der Fiat 500 1.2 Pop Steuer-Sparfuchs Nummer eins, hier sinkt die Steuerbelastung von rund 87 Euro auf 26 Euro. Beim smart sind jetzt nur noch 20 Euro anstatt 67,50 Euro fällig. Das bedeutet eine Ersparnis von 47,50 Euro. In der Kompaktklasse können die Benziner nicht wirklich trumpfen in Sachen Steuererleichterung, sehr wohl dagegen die Dieselfahrzeuge. Allen voran spart man bei einem VW Golf TDI DPF pro Jahr fast 103 Euro. Die gleiche Tendenz zieht sich durch die höheren Klassen; Diesel hui, Benziner pfui.

Nach Ermittlungen von EurotaxSchwacke wird sich die neue Kfz-Steuer insgesamt für rund die Hälfte aller zur Zeit am deutschen Markt erhältlichen Neuwagen positiv auswirken. Rund ein Viertel müssen sich allerdings mit einer geringen Ersparnis von weniger als 50 Euro begnügen ? bei 19 Prozent liegt die Ersparnis zwischen 50 und 99 Euro pro Jahr. Nur ein Zehntel aller erhält-lichen Neuwagen wird durch die neue Regelung mit einer Erhöhung von mehr als 100 Euro pro Jahr belastet. Nach Schätzungen von EurotaxSchwacke wird die Reform die Steuerlast von Neuzulassungen in der Summe nichts ändern. Es handelt sich um eine Umverteilung der Lasten zu Gunsten verbrauchsärmerer Fahrzeuge.