SchwackeListe Automietpreisspiegel als Schätzgrundlage

SchwackeListe Automietpreisspiegel als Schätzgrundlage


Mit Datum vom 30.11.2016 (1 S 137/15) urteilt das Landgericht Mühlhausen auf Basis des SchwackeListe Automietpreisspiegels

In einem Berufungsverfahren schätzt das Landgericht die erforderlichen Mietwagenkosten anhand der SchwackeListe und korrigiert damit das Urteil der Vorinstanz. Das Amtsgericht hatte hier die Fraunhofer Tabelle angewendet, in der regional nur nach den ersten beiden Ziffern der Postleitzahl untergliedert wird. Der Ort der Anmietung lag in einer ländlichen Region. Die SchwackeListe mit ihrer Gliederung in dreistellige  Postleitzahlengebiete hat daher den Vorteil, dass der örtlich relevante Markt der Autovermieter genauer abgebildet wird. Das Landgericht zieht hierbei das arithmetische Mittel des Automietpreisspiegels heran, um den Normaltarif zu berechnen.

Laut Gericht minimiert sich durch die Anwendung der Schwacke-Tarife das Risiko für den Geschädigten, einen Teil der Mietwagenkosten wegen fehlender Anerkennung der Erforderlichkeit selbst tragen zu müssen.

Die von der Beklagtenseite vorgelegten Angebote waren nicht geeignet, die SchwackeListe als Schätzgrundlage zu erschüttern, da es sich hierbei um abweichende Anmietzeiträume handelt und es besteht die Ungewissheit, ob die Fahrzeuge überhaupt zu Verfügung standen.Da eine sofortige unfallbedingte Anmietung des Ersatzfahrzeuges erfolgte, ist nach der Auffassung des Landgerichts ein Aufschlag von 20% auf den Normaltarif gerechtfertigt. Angefallene Nebenkosten wie Haftungsbefreiung, Zustell- und Abholgebühren und Winterbereifung waren ebenfalls erstattungsfähig.

In dem vorliegenden Fall wurde ein klassengleiches Ersatzfahrzeug angemietet. Nach ständiger Rechtsprechung der Kammer ist dann von den Mietwagenkosten ein Abzug von 10 % vorzunehmen (ersparte Eigenkosten).

 

 


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