Gebrauchtwagenmarkt im Dezember 2016

Gebrauchtwagenmarkt im Dezember 2016


Ein kleines Plus zum Jahresende rettet die Statistik. 2016 stiegen die Besitzumschreibungen um ein Prozent, dies jedoch vor allem dank taktischer Zulassungen

Ein neuerliches, wenn auch zaghaftes Plus von 2,4 Prozent hat die im zweiten Halbjahr recht durchwachsenen Zahlen auf dem Gebrauchtwagenmarkt letztendlich ausgebügelt. Die abschließenden Zahlen vom Kraftfahrtbundesamt melden 555.689 Einträge im Dezember und damit eine Gesamtzahl von 7,4 Millionen Wiederzulassungen für das Gesamtjahr 2016. Damit liegen die Besitzumschreibungen um exakt ein Prozent über denen des Vorjahres 2015. Dies ist allerdings nicht zuletzt den Eigenzulassungen der Hersteller und Händler zu verdanken, die den höchsten Wert seit 2010 erreichten und 2016 bei einer Gesamtzahl von knapp unter einer Million lagen.

Marktführer VW konnte mit insgesamt 1,57 Millionen Besitzumschreibungen in 2016 den Marktanteil auf 21,2 Prozent ausbauen und liegt damit mehr als deutlich vor Opel. Die Rüsselsheimer mit dem zweitstärksten Wiederzulassungsanteil verzeichneten 821.000 Gebrauchtwagenverkäufe und damit 11,1 Prozent Marktanteil. Der dritte Platz geht, wenig überraschend, an Mercedes (697.000/9,4%). Bei den Importmarken konnte Skoda den Vorsprung von Renault von im Vorjahr 152.000 Einheiten auf 126.000 abbauen, entsprechend entwickelten sich auch die Marktanteile (Skoda 3,0%, Renault 4,7%). Drittstärkste Importmarke 2016 wurde Peugeot mit 205.000 Fahrzeugen.

Besitzumschreibungen 12/2016

Klare Worte sprechen erneut die Abgasklassen der umgeschriebenen Gebrauchtwagen. 2016 hat sich die Zahl der praktisch neuwertigen Modelle mit Euro-6-Einstufung mehr als verdoppelt, 1,3 der 7,4 Millionen Wiederzulassungen hatte die neueste Abgastechnik an Bord. Hingegen wurden Euro-2-Diesel, mit denen Umweltzonen tabu sind, zum absoluten Auslaufmodell. Nur noch 34.317 Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr gehandelt, ein sicherlich deutlich größerer Teil ging in den Export oder die Verwertung. Im Jahr Eins nach Dieselgate hat sich das Verhältnis zwischen Benzinern und Selbstzündern noch kaum gewandelt, die zuletzt ungünstigeren Absatzmöglichkeiten für Selbstzünder haben sich in der 12-Monats-Statistik noch nicht bemerkbar machen können. Einen klaren Trend zeigen hingegen die alternativen Antriebe. Während auch vor dem Hintergrund der auslaufenden Steuernachlässe auf Autogas die Flüssiggas-Fahrzeuge bei Gebrauchtkäufern immer weniger gefragt sind, arbeiten sich die Hybride allmählich aus dem Status als automobile Randgruppe heraus. Um immerhin 34 Prozent auf insgesamt 23.424 Einheiten stieg bei ihnen das Handelsvolumen, während die Elektroautos weiterhin Spätzünder bleiben: 4.013 Wiederzulassungen, plus 19 Prozent.

 

 


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