Landgericht hält die SchwackeListe für anwendbar

Landgericht hält die SchwackeListe für anwendbar


Das Landgericht Meiningen schätzt die Mietwagenkosten nach dem SchwackeListe Automietpreisspiegel – so in dem Urteil (141) 4 S 193/16 vom 27.04.2017.

In einem Berufungsverfahren über die Höhe der ersatzfähigen Mietwagenkosten nach einem Verkehrsunfall, zieht das Landgericht die Normaltarife des SchwackeListe Automietpreisspiegels als Schätzgrundlage heran. Laut Gericht gehören die Mietwagenkosten zu den Kosten der Schadensbehebung – die Notwendigkeit ergibt sich aus der Anmietung selbst.

Der vom Geschädigten in Anspruch genommene Mietwagen lag günstiger als eine Abrechnung  nach dem SchwackeListe Automietpreisspiegel und ist somit auch erstattungsfähig.

Die von der Beklagtenseite eingereichten Screenshots von Internetangebote über günstigere Tarife finden keine Berücksichtigung, da diese die Anmietsituation nicht widerspiegeln. Es handelt sich um abweichende Anmietzeiträume und es ist nicht ersichtlich, ob die Vergleichsfahrzeuge überhaupt zum Unfalltag zur Verfügung standen. Des Weiteren beinhalten die Angebote kein offenes Mietende. Laut Gericht handelt es sich hier um einen Sondermarkt, der nicht ohne weiteres mit dem allgemeinen regionalen Mietwagenmarkt vergleichbar ist.

Die im vorliegenden Fall angefallenen Nebenkosten für die Befreiung der Selbstbeteiligung, Aufschläge für Winterräder sowie Zustell- und Abholgebühren  waren ebenfalls erstattungsfähig.

Der Geschädigte überbrückte die unfallbedingte Ausfallzeit durch die Anmietung eines Ersatzfahrzeuges und schonte dabei seinen eigenen Wagen. Dieser Vorteil (ersparte Eigenkosten) ist laut Landgericht mit einem Abzug von 10 % von dem Grundbetrag und nicht auf den Gesamtmietwagenkosten inklusive Nebenkosten zu würdigen.

 

 

 


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