Schätzung der Mietwagenkosten nach SchwackeListe

Schätzung der Mietwagenkosten nach SchwackeListe


Die vom Amtsgericht vorgenommene Schätzung der erforderlichen Mietwagenwagenkosten anhand des SchwackeListe Automietpreisspiegels ist nicht zu beanstanden, so das Landgericht Koblenz in seinem Urteil vom 25.11.2016 (5 S 45/16)

Das Landgericht greift in einem Berufungsverfahren im Einklang mit der amtsgerichtlichen Entscheidung auf die SchwackeListe zurück.

Die von der Beklagtenseite vorgelegten Angebote waren nicht geeignet, die  SchwackeListe als Schätzgrundlage zu erschüttern. Die eingereichten Online-Angebote waren mit den von den Geschädigten abgeschlossenen Mietverträgen nicht vergleichbar, da es sich hierbei um abweichende Anmietzeiträume und feste Rückgabezeiten handelt. Des Weiteren beinhalten die  Angebote keine Details hinsichtlich der Mietbedingungen wie beispielsweise Zustellung/Abholung, Winterreifen und Haftungsreduzierung.

Laut der ständigen Rechtsprechung des Landgerichts kann ein pauschaler Aufschlag wegen erforderlicher unfallbedingter Mehrleistungen von 20 % auf den Normaltarif

erstattungsfähig sein. Der Mehrpreis war im vorliegenden Fall gerechtfertigt, da zum Zeitpunkt der Anmietung die Haftungsfrage und die Mietdauer noch offen waren – unabhängig davon, ob, wie in einem Fall, die Anmietung erst nach mehreren Tagen erfolgte und unfallspezifische Leistungen erbracht wurden.

Die Beklagtenseite vertrat die Auffassung, dass die Geschädigte gegen ihre Schadenminderungspflicht verstoßen hätte, weil sie auf ein Vermittlungsangebot eines Mietwagens zu einem günstigeren Tarif nicht einging. Laut Landgericht war die Geschädigte jedoch nicht gehalten, das günstige Vermittlungsangebot der Beklagten wahrzunehmen, da es sich hierbei nicht um ein allgemein zugängliches Angebot handelte, sondern um einen Tarif mit ausgehandelten Sonderkonditionen zwischen Versicherung und Autovermieter.

 

 


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