Schätzung des Normaltarifes auf Basis der SchwackeListe

Schätzung des Normaltarifes auf Basis der SchwackeListe


Die durch die Vorinstanz vorgenommene Schätzung des Normaltarifes
der erforderlichen Mietwagenkosten anhand der Fraunhofer-Liste ist
zu beanstanden, so das Landgericht Zwickau in seinem Urteil vom
02.03.2017 (6 S 137/16).

Der Bundesgerichtshof hat sowohl die sog. Fraunhofer-Liste als auch die SchwackeListe als geeignete Schätzgrundlage zugelassen. Das Landgericht bevorzugt jedoch in einem Berufungsverfahren den SchwackeListe Automietpreisspiegel, da sich hier die Vermiettarife auf dreistellige Postleitzahlgebiete beziehen und somit ortsübliche Tarife widerspiegeln. Dem gegenüber listet die Fraunhofer-Liste nur zweistellige Postleitzahlgebiete, mit der Folge, dass diese Erhebung grobmaschiger angelegt ist und somit die regionalen Preisunterschiede unzureichend darstellt.

Gegen die Fraunhofer-Liste spricht laut Landgericht ebenso, dass die Erhebung hier in erster Linie auf Internetrecherchen der Großvermieter unter Berücksichtigung von Vorbuchungsfristen beruht, es sich um Durchschnittswerte handelt und kleinere Autovermieter nicht berücksichtigt werden. Die SchwackeListe bildet dagegen neben den Durchschnittswerten zusätzlich u.a. auch den so genannten Moduswert ab, der am häufigsten eingegangene Tarif laut Datenerfassung, basierend auf gedruckten oder im Internet vorhandenen, hauseigenen Prospekten und Darstellungen, die einem Kunden offeriert werden.

Für den SchwackeListe Automietpreisspiegel spricht darüber hinaus, dass hier ein umfangreicher Nebenkostenkatalog für übliche weitere mögliche Preisbestandteile angehängt ist.

Das verunfallte Fahrzeug war laut SchwackeListe Automietwagenklassen in der Fahrzeuggruppe 5 eingestuft. Abgerechnet wurde jedoch ein Ersatzfahrzeug der
Klasse 3, so dass sich ein Abzug für ersparte Eigenkosten erübrigte.

 

 


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