Wirtschafts-Prognose 1/2017 – Das Gewerbe bremest ab, die Verbraucher nicht

Wirtschafts-Prognose 1/2017 – Das Gewerbe bremest ab, die Verbraucher nicht


Ein merklich abkühlendes Klima macht sich in Deutschlands Chefetagen breit. Der Verbraucherstimmung tut das keinen Abbruch

Die deutsche Wirtschaft legt auf hohem Niveau den Rückwärtsgang ein. Im Januar 2017 hat sich der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts leicht verschnupft gezeigt, er sank von 111,0 auf 109,8 Punkte. Ausschlaggebend hierfür sind in erster Linie zurückgenommene Erwartungen an das künftige Geschäft. Davon betroffen sind ausnahmslos alle Branchen. Im verarbeitenden Gewerbe ist die aktuelle Lage dennoch blendend, die Kapazitätsauslastung ist weiter auf nun 86 Prozent gestiegen. Außerdem erwarten die Unternehmen in naher Zukunft steigende Produktpreise, was sich entsprechend auf die Inflationsrate auswirken würde. Rückläufige Werte sowohl beim Tagesgeschäft als auch bei den Zukunftsaussichten vermelden sowohl Groß- wie auch Einzelhandel. Allerdings bemerken die Wirtschaftsforscher, dass beim Einkaufsverhalten der Großhändler weiterhin auf Expansion gesetzt wird. Ungewöhnlich nach dem gewaltigen Höhenflug im Vorjahr: Selbst im Baugewerbe macht sich aktuell leichter Pessimismus beim Blick in die Zukunft breit. Dessen ungeachtet stieg jedoch die aktuelle Auftragslage der Baufirmen auf einen neuerlichen Höchststand.

Währenddessen attestieren die Forscher des GfK-Instituts den deutschen Verbrauchern einen glänzenden Start ins neue Jahr. Der Konsumklimaindex für den Februar stieg von 9,9 auf jetzt 10,2 Punkte. Die gute Stimmung betrifft alle Facetten der abgefragten Werte. So stieg die Konjunkturerwartung zum vierten Mal in Folge auf nun 21,6 Punkte, der höchste Wert seit Juni 2015. Gleichermaßen sind die Verbraucher überzeugt von der stabilen Wirtschaftslage und erhalten dabei Unterstützung durch die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt. Dieses stieg 2016 preisbereinigt um 1,9 Prozent an, die größte Steigerung seit 2011.Die ohnehin bereits hohe Einkommenserwartung hat sich erneut verbessert. Die Gründe hierfür sind in der hohen Beschäftigungsquote zu finden, welche einen entsprechend großzügigen Spielraum für Lohn- und Gehaltszuwächse eröffnet. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass durch die zuletzt spürbar anziehende Inflationsrate ein Gegentrend für die Realeinkommen erwächst. Ungebrochen hoch bleibt dennoch die Anschaffungsneigung der Deutschen.

Datenquelle:

ifo Institut (http://www.cesifo-group.de)
GfK SE (http://www.gfk.com)

 

 


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