Wirtschafts-Prognose 9/2017 – Es wird kühler

Wirtschafts-Prognose 9/2017 – Es wird kühler


Nach einer fulminanten Rallye mit immer neuen Höchstwerten melden die Wirtschaftsinstitute zum September sinkende Trends.

 

102,1 Punkte beträgt der langfristige Mittelwert des ifo Geschäftsklimaindex in der Zeitspanne seit 1991, dem ersten Beobachtungsjahr nach der deutschen Wiedervereinigung. Von diesem Wert ist der Index mit aktuell 115,2 Punkten zwar deutlich entfernt, doch ebenso deutlich ist auch der Rückgang zu bezeichnen. Denn im Vormonat lag er noch bei 115,9. Gleich in mehreren Branchen sanken die Zufriedenheitswerte. In vielen Industriesparten gingen sowohl die Auftragslage als auch die Prognosen für künftige Geschäfte zurück. Einen spürbaren Dämpfer erlitten auch Tagesgeschäft und Auftragslage im Großhandel. Lediglich im Einzelhandel gingen die Werte nach oben, vor allem dank guter Lage im Bekleidungsgeschäft. Der Kfz-Einzelhandel bleibt jedoch weiterhin ein Sorgenkind in diesem Wirtschaftszweig. Wie bereits in den Vormonaten zeigt sich dagegen das Baugewerbe abgekoppelt von der allgemeinen Entwicklung, Auftragslage und Tagesgeschäft liegen bei den Baufirmen auf einer neuen Rekord-Höchstmarke.

Die Verbraucher zeigen sich zum Herbstbeginn ebenfalls leicht verschnupft. Der Konsumklimaindex, den das GfK-Institut allmonatlich ermittelt, sank im September um 0,1 auf 10,8 Punkte. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem ein deutlicher Rückgang der Einkommenserwartung der deutschen Arbeitnehmer. Davon gibt es so viele wie nie zuvor in der Geschichte des vereinten Deutschlands, über 44 Millionen Erwerbstätige vermeldet das Institut. Diese sehen die wirtschaftliche Entwicklung trotz der rückläufigen Hoffnungen auf mehr Lohn und Gehalt weiterhin stabil, die Konjunkturerwartung der befragten Bürger steigt gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich von 26,6 auf 33,4 Zähler. Die Konsumneigung bleibt dabei mit einem leichten Rückgang weitgehend stabil. Ergänzend dazu verweist das GfK-Institut auf Zahlen des statistischen Bundesamtes, nachdem die Umsätze im Einzelhandel zuletzt um 4,2 Prozent gestiegen sind.

 

 

Datenquelle:

ifo Institut (http://www.cesifo-group.de)
GfK SE (http://www.gfk.com)

 

 


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