Ausblick 2019: Der Gebrauchtwagenmarkt

Ausblick 2019: Der Gebrauchtwagenmarkt


Quo vadis Gebrauchtwagenmarkt 2019?

Zum Ende des Jahres lassen natürlich die Ausblicke auf das kommende Jahr selten lange auf sich warten. Der Gebrauchtwagenmarkt bildet da keine Ausnahme.  Er ist allerdings  inhaltlich und systembedingt immer die Folge eines in der Vergangenheit liegenden Ereignisses, einer ehemaligen Neuzulassung.

Gute Rahmenbedingungen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Gesamtmarkt scheinen gut. Die Prognosen für Bruttoinlandsprodukt (+1,7%) und Arbeitslosenquote (Tiefstand von 4,9%) sind positiv. Das heißt, sowohl für Unternehmensinvestitionen in Mitarbeiter und Fuhrparks als auch private Neu- und Gebrauchtkäufe gibt es positive Signale.

Stabilität und Volumenmodelle

Der ZDK rechnet mit einer ähnlichen Zulassungszahl wie 2018 und leicht rückläufigem Gebrauchtwagenmarkt. Schaut man jedoch in die Neuerscheinungen 2019 stellt man fest, dass das kommende Jahr im Zeichen der kleineren und kompakten Segmente steht. Es werden also vermehrt volumenträchtige benzingetriebene Handels- und Herstellerzulassungen produziert. Die Neulinge stehen im Vergleich zu den Neuerscheinungen 2018 dabei mengenmäßig für mehr als doppelt so viele Zulassungen. Das Segment der jungen Gebrauchtfahrzeuge hat in den vergangenen Jahren deutlich mehr Gewicht gegenüber den klassischen Leasingrückläufern im Handelsgeschäft gewonnen.Somit dürften Fahrzeuge unterhalb der Mittelklasse bei vielen das Daily Business im GW-Geschäft bestimmen. Aus den vergangenen Jahren, insbesondere dem Jahr 2016 sind nochmals und letztmalig höhere Zahlen an dreijährigen Dieseln aus den gewerblichen Zulassungen auf dem Weg zurück aus der Leasingnutzung auf die Höfe der Händler.

Diesel und kein Ende

Das Thema Antriebsart, also das Gefüge zwischen Benzin-Diesel-Elektro-Hybrid bleibt also ein Dauerbrenner. Neben vermehrten neuen Modellen und Varianten mit alternativen Antriebsformen kommen äußere Einflussfaktoren hinzu. Kunden, insbesondere Dienstwagenberechtigte mit entsprechender Leasingrate und selbstverantwortliche Geschäftsführer und Inhaber, werden vermehrt in Richtung elektrifizierte Antriebe schauen. Grund dafür sind  wirksam werdende Fahrverbote und eine Reduktion der Dienstwagensteuer für ab Januar zugelassene Elektro- und Hybridmodelle.. Das Gleichgewicht zwischen Bedarf und Angebotsmenge von Gebrauchten wird hierbei aber entscheidend sein. Derzeit sieht es so aus, dass der Dieselanteil in den Neuzulassungen und Gebrauchtwagenverkäufen einer Art Grundsockel von 25-30% entgegen strebt.

Dieser wird durch nachfließende junge Gebrauchte aus Flottenzulassungen gebildet. Ebenfalls finden dieseimmer noch interessierte und überzeugte Kunden.

Für die Diesel-Restwerte bedeutet dies, dass es vermutlich im kommenden Jahr zwar immer noch eine leicht negative Tendenz geben wird, sich aber der Markt wie derzeit schon sichtbar weiter stabilisiert. Die Abgasnorm scheint dabei in der aktuellen Situation keine signifikante Rolle zu spielen. Die nun aus 2016 und später zu vermarktenden Diesel sind von den geplanten Fahrverboten aufgrund Euro6 Norm ohnehin nicht betroffen. Benziner haben es da sicher aus anderem Grund etwas schwerer, da aus den vergangenen zwei Jahren nun wachsende Mengen in den Markt einfließen. Die Benziner-Restwerte werden wohl ihre positive Tendenz in 2019 einbüßen. Gut beraten ist, wer die Balance hält und für attraktiv ausgestattete Fahrzeuge sorgt, um Standzeiten im Rahmen zu halten. Für die Hereinnahme von älteren problematischen Fahrzeugen haben sich mittlerweile Kanäle etabliert. Dadurch stellen diese auch kein massives Vermarktungs-Problem dar, wenn sich auch die dort erzielbaren Preise nicht mit einem unbelasteten Endkundenmarkt messen lassen können.

Fazit für 2019: Wird schon werden

Vor uns liegt also ein schwieriges, aber kein hochdramatisches Jahr. Medienseitig wird abzuwarten sein, welche Themen die öffentliche Meinung prägen werden. Angesichts der Not aufmerksamkeitsstark zu berichten ist allerdings zu erwarten, dass es um Diesel, Fahrverbote, Abgasnormen und Elektromobilität nicht ruhiger werden wird. Bemerkenswert ist aktuell jedoch zu beobachten, dass sich Widerstand gegen so manche Maßnahme und Institution regt.

Wenn wir noch einen kurzen Blick in die Jahre ab 2020 werfen, sehen wir modellseitig wesentlich mehr Innovation.Die anstehenden CO2-Strafzahlungen werden womöglich für mehr Veränderung im Portfolio sorgen. Vielleicht finden sogar „wirklich“ saubere Diesel die Gunst des Marktes. Die Hersteller werden in puncto Flottenverbrauch und –emissionen zumindest den Versuch wagen müssen.

 


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